Induktives Schmelzen

Induktives Schmelzen

Kontaminationsfrei, effizient, prozesssicher

Induktives Schmelzen verflüssigt Metalle schnell und sauber, indem die Energie direkt im Schmelzgut entsteht – ohne Flamme, berührungslos und exakt regelbar. Von hochreinen Proben über Legierungsentwicklung bis hin zu Serienprozessen: Induktive Systeme liefern homogene Schmelzen, kurze Schmelzzeiten und reproduzierbare Ergebnisse – im Vakuum, unter Schutzgas oder offen.
GRUNDLAGEN

Wie funktioniert induktives Schmelzen?

Ein stromdurchflossener Induktor erzeugt ein wechselndes Magnetfeld. Im metallischen Werkstoff induzieren sich Wirbelströme (bei ferromagnetischen Werkstoffen zusätzlich Hystereseverluste), die Wärme erzeugen – bis zur Verflüssigung. Die elektromagnetischen Kräfte bewirken zugleich eine sanfte Rührwirkung: Temperatur und Legierungsverteilung werden homogen, Segregationen sinken. Abguss über Kipp-Tiegel, Bodenauslauf, Gießrohr – oder prozessspezifisch in Form, Pfanne oder Probenkokille. Bei Bedarf schützt eine inerte Atmosphäre oder Vakuum die Schmelze vor Oxidation und Gasaufnahme.
Vorteile

Warum induktives Schmelzen die bessere Wahl ist

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Kontrollierte Energieeinbringung

Nur die Schmelze wird erhitzt; Ofengehäuse und Umgebung bleiben vergleichsweise kühl – weniger Verluste, mehr Sicherheit.

Hohe Schmelzleistung

Große Leistungsdichten verkürzen Aufheizzeiten deutlich gegenüber Gas- und Lichtbogenverfahren.

Homogene Schmelze

Elektromagnetische Rührwirkung reduziert Einschlüsse und Mischungsgradienten.

Reinheit & Atmosphärenkontrolle

Keine Brennstoffrückstände; Vakuum/Schutzgas verhindert Oxidation, Entkohlung und Legierungsverluste.

Sauber & leise

Keine offene Flamme, kaum Emissionen – gute Arbeitsumgebung, einfacher Arbeitsschutz.

Flexibel skalierbar

Von Labor- und Probenchargen bis zu industriellen Mengen; schnelle Legierungswechsel möglich.

WERKSTOFFE & LOTE

Welche Materialien lassen sich induktiv schmelzen?

Stahl, Gusseisen, Aluminium, Kupfer, Messing/Bronze, Nickel-, Kobalt- und Titanlegierungen, Edelmetalle (Au, Ag, Pt) sowie reaktive oder hochlegierte Werkstoffe unter Schutzgas/Vakuum. Tiegelmaterial je Temperatur und Legierung: z. B. Quarz, Al₂O₃, Spinell, ZrO₂, Graphit oder MgO. Auch Schrotte/Reststoffe lassen sich effizient einschmelzen und legierungsgerecht aufbereiten.
PROZESSVARIANTEN

Weichlöten, Hartlöten & Kapillarlöten im Überblick

Schwebeschmelzen (Levitation Melting)

Zweikanalig betrieben – Niederfrequenz stabilisiert die Probe im Magnetfeld, Hochfrequenz schmilzt berührungslos auf. Tiegellos, daher keine Kontamination; Hochvakuum oder Schutzgas; ideal für Forschung, Analytik, ultra-reine und reaktive Legierungen.

Schleuderguss (Centrifugal Casting)

Schmelzen und drehzahlgeregeltes Ausgießen in eine Form (Vakuum/Schutzgas-Kammer). Zentrifugalkraft füllt dünnwandige Geometrien sicher, reduziert Lunker und Poren – geeignet für Titan/Stahl-Proben, Ringe, Hülsen, Labor- und Kleinserienbauteile.

Vakuum-Induktionsschmelzen (VIM)

Schmelzen unter Vakuum oder inertem Gas; Entgasung, geringste O/N/H-Gehalte, reproduzierbare Hochleistungslegierungen.

Tiegelofen (Coreless)

Keramisch/Graphit ausgekleidet, flexibel für wechselnde Legierungen, schnelle Chargenwechsel.

Kanalofen (Channel)

Für Dauerschmelzen/Warmhalten größerer Mengen; energieeffizient im kontinuierlichen Betrieb.

Elektromagnetisches Rühren (EM-Stirrer)

Zusatzinduktoren erzeugen gerichtete Strömungen, erhöhen Homogenität, beschleunigen Legierungszugaben.

SCHUTZGAS & ATMOSPHÄRE

Offen, inert oder vakuumiert?

Standardlegierungen lassen sich offen oder unter leichter Haube schmelzen. Für reaktive Systeme, Pulver, Edelmetalle und hochlegierte Stähle empfiehlt sich Argon/Stickstoff/Helium oder Vakuum, um Oxidation, Wasserstoffaufnahme und Verdampfung flüchtiger Elemente zu vermeiden. Ein abgestimmtes Atmosphären- und Abgasmanagement verbessert Qualität und Ausbringung.
PROZESSPARAMETER

Frequenz, Leistung & Abguss gezielt führen

Leistung

Von Labor-kW bis MW-Klasse; bestimmt Schmelzrate und Badvolumen.

Frequenz

50–200 Hz für große Chargen und starke Rührwirkung; 200 Hz–10 kHz als Kompromiss; ≥100 kHz für kleine Tiegel, Edelmetalle, tiegellose Prozesse.

Schwebeschmelzen

LF-Schwebe-Stabilisierung, HF-Aufschmelzung; Hochvakuum (typisch ≤10⁻³…10⁻⁵ mbar) für maximale Reinheit.

Schleuderguss

Drehzahl und Formtemperierung bestimmen Füllverhalten, Gefüge und Oberflächenqualität.

Temperaturregelung

Pyrometer/Thermoelemente/Spektrometer; Rezepte begrenzen Überhitzung, definieren Abgusstemperatur und Haltezeiten.

Legierungszugabe & Entgasung

EM-Rühren beschleunigt Homogenisierung; gezielte Deoxidation/Degasierung reduziert Porosität.
QUALITÄT & NACHWEIS

Sauber schmelzen – reproduzierbar gießen

Lückenlose Prozessdaten (Temperatur, Leistung, Frequenz, Schmelzdauer, Vakuumdruck/Atmosphäre), Probenahme oder Inline-Analyse (Spektrometrie), O/N/H-Kontrollen, Dichte- und Makroätzung. EM-Rühren reduziert Segregation und Lunker; Vakuum/Schutzgas senkt Sauerstoff-/Wasserstoffgehalte. Standzeit-optimierte Auskleidungen minimieren Kontamination.

REINIGUNG & NACHBEHANDLUNG

Klarer Prozess, saubere Schmelze

Kein Brennstoffruß, keine Elektrodenspuren. Tiegel werden chargenabhängig gereinigt/erneuert; Vakuumkammern regelmäßig auf Dichtigkeit geprüft. Schlacken sichtet und entfernt man prozessbegleitend. Nach dem Guss folgen – je nach Produkt – Entgraten, Wärmebehandlung oder Oberflächenfinish.
SchmelzANLAGEN & PROZESSENTWICKLUNG

Induktive Schmelz-, Schwebeschmelz- & Schleuderguss-Systeme von STEREMAT

Was wir liefern

  • Schwebeschmelz-Systeme: Zweikanal-Generatorik (LF/HF), Hochvakuum-/Schutzgaskammer, optische Prozessbeobachtung, definierte Abgussmodule (Drop-Cast, Kokillen), Rezept- und Datenlogging.
  • Schleuderguss-Anlagen: Vakuum/Schutzgas-Kammer, drehzahlgeregelter Antrieb (z. B. bis ~400 U/min, je nach Ausführung), Formaufnahme, Temperatur-/Drehzahlregelung, integrierte Induktion.
  • Generatoren & Leistungselektronik: MF/HF-Generatoren (kW–MW), IGBT/Thyristor, automatische Impedanzanpassung.
    Induktoren & EM-Stirrer: Wassergekühlte Kupferspulen, prozessspezifische Geometrien; optionale Rührinduktoren.
  • Messtechnik & Automatisierung: Pyrometer, Thermoelemente, Spektrometer; SPS/CNC, Rezeptverwaltung, OPC UA-Schnittstellen zu MES/QS.
  • Prozessentwicklung & Versuchsschmelzen: Simulation der Energieverteilung, Legierungsentwicklung, Parametrierung (Frequenz, Leistung, Drehzahl, Vakuum), Bemusterung.
  • Retrofit & Modernisierung: Upgrade vorhandener Schmelz-/Warmhalteanlagen (Elektronik, Auskleidung, Messtechnik), Effizienz- und Taktzeitsteigerung.

Ihre Vorteile

  • Reinheit & Reproduzierbarkeit: Tiegellose und geschützte Prozesse, dokumentierte Parameter, auditfeste Protokolle.
  • Takt & Ausbringung: Hohe Leistungsdichte, schnelle Homogenisierung, automatisierte Abläufe.
  • Flexibilität: Von Probenmaßstäben bis Serien; schnelle Anpassung auf neue Legierungen und Geometrien.
ANWENDUNGEN

Typische Bauteile & Prozesse

Schwebeschmelzen

Probenherstellung, thermophysikalische Messungen, ultra-reine/reaktive Legierungen, Legierungs-Screening.

Schleuderguss

Ringe, Hülsen, Probenrohlinge, dental-/feingussspezifische Geometrien, Kleinserien-Bauteile.

Pulver & AM

Schmelzen/Remelting für Pulververdüsung und 3D-Druck-Feedstock.

Gießen von Gussteilen & Ingots

Stahlguss, Gusseisen, NE-Metalle.

Recycling & Schrottaufbereitung

Einschmelzen/Legieren zu Sekundärrohstoffen.

Hochleistungslegierungen

Superlegierungen für Turbinen, Luft- und Raumfahrt, Energietechnik.

So laufen Projekte mit STEREMAT

Anwendungsbereiche

Induktives Schmelzen für Industrie, Forschung & Recycling

Gießereien und Metallurgie, Luft-/Raumfahrt, Energie- und Turbinentechnik, Automotive, Edelmetall- und Dentaltechnik, Recycling/Urban Mining, Material-Forschung und Hochschulen. Prozesse sind nahtlos automatisierbar und in vorhandene Gieß- und Weiterverarbeitungslinien integrierbar.
Downloads

Downloads – Wissen & Technik auf einen Klick​

Hier finden Sie eine kuratierte Auswahl an Unterlagen zu unseren Verfahren und Lösungen – von Leitfäden und Fallbeispielen bis zu Checklisten und technischen Hinweisen. Die Sammlung wird fortlaufend erweitert; verfügbare Dokumente stellen wir als PDF bereit.

Periodensystem für Induktion

In dieser PDF erfahren Sie eine strukturierte Einordnung der Elemente im Kontext induktiver Erwärmung, grafisch aufbereitet und schnell erfassbar.
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FAQs

Hier beantworten wir kurz und präzise die wichtigsten Fragen zum Thema induktives Schmelzen.

Der Automatisierungsgrad von Induktionsschmelzanlagen wird deutlich steigen, vor allem durch den Einsatz von Robotik für Beschickung und Abguss. Zudem gewinnen integrierte Prozesskontrollsysteme mit vorausschauender Wartung und selbstlernenden Algorithmen an Bedeutung. Ziel dieser Entwicklungen ist höhere Reproduzierbarkeit, minimale manuelle Eingriffe und gesteigerte Produktivität bei gleichbleibend hoher Qualität.

Das tiegellose Schwebeschmelzen ist insbesondere für hochreine, reaktive und hochschmelzende Legierungen wie Titan, Zirkonium oder Nickel-Superlegierungen vorteilhaft. Durch den Verzicht auf Tiegelmaterial wird eine Kontamination der Schmelze ausgeschlossen. Dies ist entscheidend für Anwendungen mit höchsten Reinheitsanforderungen, etwa in der Luft- und Raumfahrt oder der Medizintechnik.

Induktionsschmelzen erhöht die Nachhaltigkeit, da recycelte Metalle und Schrott effizient wiederverwertet werden können, was den Einsatz von Primärrohstoffen senkt. Die flammenlose Erwärmung vermindert Treibhausgas- und Schadstoffemissionen im Vergleich zu Brennstofföfen. Zudem verbessert die direkte Wärmeerzeugung im Material die Energieeffizienz und reduziert Wärmeverluste.

Sensoren messen während des Schmelzprozesses in Echtzeit Parameter wie Temperatur, Leistung und Vakuumdruck. KI-Algorithmen analysieren diese Daten, steuern den Prozess vorausschauend und erkennen Abweichungen frühzeitig. Dadurch lassen sich Schmelzparameter adaptiv anpassen, die Legierungshomogenität verbessern und Materialverluste reduzieren, was Qualität und Effizienz erhöht.

Die Tiegelauskleidung muss regelmäßig geprüft und gewartet werden, da sie starkem Verschleiß und thermischer Belastung ausgesetzt ist. Kühlkreisläufe von Induktoren und Leistungselektronik benötigen kontinuierliche Überwachung, um Überhitzung zu vermeiden. Der rechtzeitige Austausch von Verschleißteilen und eine vorausschauende Fehleranalyse sind entscheidend, um Stillstände zu verhindern und die Anlagenlebensdauer zu verlängern.

Die Frequenz bestimmt die Effizienz der Energieübertragung und die Intensität der elektromagnetischen Rührwirkung. Niedrige Frequenzen (50–200 Hz) fördern bei großen Chargen eine gleichmäßige Durchmischung, während hohe Frequenzen (ab 100 kHz) für kleine Tiegel und Edelmetalle energieeffizienter sind. Eine exakte Frequenzanpassung reduziert Energieverluste, senkt den spezifischen Energieverbrauch und verbessert die Wirtschaftlichkeit sowie die Ökobilanz des Schmelzprozesses.

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