Induktive Doppellötanlage
Zwei Stationen, ein Takt – parallel rüsten und löten für maximale Ausbringung
Die Doppelinduktionslötanlage kombiniert zwei vollwertige Lötstationen in einem System. Während an Station A gelötet wird, kann Station B bereits gerüstet werden – und umgekehrt. Dabei können Sie wahlweise das gleiche Bauteil parallel bearbeiten oder zwei unterschiedliche Werkstücke auf den beiden Stationen fahren. Präzise Induktion, wiederholgenaue Programme, optionales Schutzgas und integrierte Qualitätskontrolle machen die Anlage serienfähig, bedienerunabhängig und skalierbar – vom Kleinlos bis zur Linie. Auf Basis dieser Plattform realisieren wir bei Bedarf auch Mehrstationen-Anlagen mit mehr als zwei Arbeitsplätzen.
Beispielablauf des ganzen Prozesses.
Eine Seite lötet, die andere wird vorbereitet.
Ergebnis: bis zu 960 Teile in 8h – mit nur einem Bediener.
Warum eine Doppellötanlage?
- Taktzeit halbieren, Ausbringung steigern – Parallelbetrieb mit wechselseitigem Rüsten/Löten; kurze Nebenzeiten, planbare Zyklen.
- Reproduzierbare Lötqualität – Rezeptgeführte Prozesse, definierte Leistung/Time-to-Temp, kontrollierter Lötspiegel.
- Saubere, sichere Prozesse – Flammenfrei; optional Schutzgaseinhausung, Absaugung, Lichtgitter und zweihand-/Fußschalterlogik.
- Hohe Flexibilität – Ein- oder Zweikanal-Generator(en), Schnellwechsel-Induktoren, Stationen separat parametrierbar.
- Ready-to-Automate – Vorbereitung für Roboter-/Cobot-Beladung, Datenschnittstellen (z. B. OPC UA), lückenlose Rückverfolgbarkeit.
Präzises Hart- und Weichlöten – stationär oder mit Achse
- Hartlöten / Weichlöten von Cu, Ms, St, CrNi, Al (passende Lote/Prozessführung).
- Kapillarlöten mit Preforms – definierter Ringspalt, reproduzierbare Füllung.
- Kontakt- und Polspulenlöten – hochreproduzierbare Cu-Cu-Verbindungen (Motor/Generator).
- Hartmetall/PKD/PCBN-Löten – gleichmäßige Durchwärmung, geringer Verzug.
- Schutzgasprozesse – N₂ / Ar / Formiergas mit geregeltem Durchfluss und Einhausung.
- Prozessüberwachung – Pyrometer/Kamera optional; Grenzwerte, Alarmierung, Protokolle.
Aus welchen Teilen besteht die Doppellötanlage?
Die Abbildung zeigt eine beispielhafte Anlagenkonfiguration.
Umfang und Ausstattung ergeben sich aus Werkstück und Prozess. Einen Überblick zu Induktionstechnik und Komponenten im Detail finden Sie in unserer Induktionstechnik-Übersicht.
Doppellötanlage – Technische Eckdaten
- Generator-Topologie: 1× Zweikanal oder 2× Einzelgenerator; MF/HF je nach Geometrie des Lötbereichs.
- Leistungsbereich je Station: anwendungsabhängig skalierbar (typisch im ein- bis zweistelligen kW-Bereich).
- Induktoren: ein-/mehrspulig, Konzentratoren, wassergekühlt; Schnellwechsel für Bauteilfamilien.
- Stationen: zwei unabhängig parametrierbare Arbeitsplätze, parallele Programmläufe.
- Schutzgas: optionale Schutzgaseinhausung mit Durchflussregelung/Einhausdruck; Absaug-/Filtermodule.
- Qualität: Pyrometer, optional Videomodul, Widerstands-/Dichtigkeitsprüfung, Go/No-Go-Grenzen.
- Bedienung: HMI mit Rezeptverwaltung, Benutzerrollen, Prozessvisualisierung; Fußschalter/Starttaster, Lichtgitter.
- Schnittstellen: OPC UA / digitale I/O / Feldbus; QS-/MES-Anbindung, Remote-Support (optional).
- Ausbau: Plattform auch für Anlagen mit mehr als zwei Arbeitsplätzen geeignet (Mehrstationen-Konzepte).
(Konkrete Auslegung – Leistung, Frequenz, Aufnahme, Gasführung – wird für Ihr Bauteil validiert und dokumentiert.)
Passgenau erweitern – von Induktor bis Automation
- Automationsmodule: Rundtisch, Lineartransfer, Paletten-/Nest-Handling, Roboter/Cobot-Beladung.
- Induktor-Pakete: Mehrstellen-/Forminduktoren, Wechselkassetten, optimierte Kopplung/Kühlung.
- Lot- & Flussmittelhandling: Preforms, Draht, Paste; Dosierung/Positionierung, Flussmittelauftrag.
- Schutzgas & Kapselung: geregelter Gasstrom, Sensorik für O₂/Feuchte, Absaug-/Filtertechnik.
- Software & Daten: Prozessvisualisierung, Datenerfassung, Traceability bis Bauteil-ID, Auswertungen.
- Prozessentwicklung: Versuchsreihen, Parameterfenster (Leistung/Frequenz/Zeit/Spaltmaß), Taktoptimierung.
- Service & Retrofit: Schulung, Ersatzteile, Fernsupport, Modernisierung bestehender Arbeitsplätze.
Lötqualität messen, sichern, dokumentieren
- Prüfungen: Scher-/Zugtest, Mikroschliff, Benetzungsbild, Dichtheit, elektrischer Widerstand.
- Prozessdaten: Temperaturkurve, Leistung/Zeit, Gasfluss; automatische Protokolle je Station und Bauteil.
- Grenzwerte & SPC: Regelkarten, Alarme, Sperrung bei Abweichung; Audit-fähige Dokumentation.
Branchen
Automotive & E-Mobility · Medizintechnik · Elektrotechnik · Maschinenbau · Werkzeugbau · Gerätebau · Heizung & Sanitär
Typische Bauteile
Von der Idee bis zur Serienanlage
Machbarkeitsanalyse · Bemusterung · Induktor-Design · Prozessvalidierung · Integration · Schulung · Fernwartung · Retrofit





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FAQs
Hier beantworten wir kurz und präzise die wichtigsten Fragen zu Lötanlagen mit mehreren Arbeitsplätzen.
Wie entwickeln sich induktive Fügetechnologien im Hinblick auf neue Materialien und Produktionsanforderungen?
Wie entwickeln sich induktive Fügetechnologien im Hinblick auf neue Materialien und Produktionsanforderungen?
Induktive Fügetechnologien orientieren sich zunehmend an höherer Präzision, Flexibilität und Vernetzung in digitalen Produktionssystemen. Forschungsschwerpunkte liegen auf der Verarbeitung komplexer Werkstoffe, etwa für E-Mobilität und Leichtbau. Intelligente Induktoren und adaptive Prozesssteuerungen treiben die Automatisierung voran. Künftig werden KI-Algorithmen Lötprozesse selbstständig optimieren und vorhersagen.
Welche Sicherheitsmaßnahmen sind beim Betrieb von Induktionslötanlagen entscheidend?
Welche Sicherheitsmaßnahmen sind beim Betrieb von Induktionslötanlagen entscheidend?
Der Betrieb von Induktionslötanlagen erfordert Schutz vor elektromagnetischen Feldern und hohen elektrischen Spannungen. Notwendig sind geeignete Abschirmungen und Sicherheitsabstände zum Schutz des Personals. Eine effektive Kühlung von Anlage und Induktoren verhindert Überhitzung. Zudem müssen Bediener gründlich in Betrieb und Wartung eingewiesen sein.
Welche Bedeutung haben Sensorik und Datenanalyse für die Qualitätssicherung beim induktiven Löten?
Welche Bedeutung haben Sensorik und Datenanalyse für die Qualitätssicherung beim induktiven Löten?
Sensorik und Datenanalyse ermöglichen die Echtzeitüberwachung der Prozessparameter und sichern eine konstante Lötqualität. Temperatursensoren messen die Erwärmungskurve, Kraftsensoren überwachen den Anpressdruck des Werkzeugs. Die Auswertung dieser Daten erlaubt eine frühzeitige Erkennung und Dokumentation von Abweichungen, gewährleistet Rückverfolgbarkeit, auditfähige Ergebnisse und reduziert das Risiko von Produktionsfehlern.
Wie beeinflussen Induktionslötverfahren die Gesamtbetriebskosten (TCO) in der Produktion?
Wie beeinflussen Induktionslötverfahren die Gesamtbetriebskosten (TCO) in der Produktion?
Induktionslötverfahren senken die TCO durch geringeren Energieverbrauch, weniger Nacharbeit und höhere Prozessstabilität. Trotz höherer Anfangsinvestition amortisieren sich die Anlagen meist durch schnellere Taktzeiten und geringere Ausschussraten. Der Verzicht auf offene Flammen reduziert Brandschutzaufwand und schont Betriebsmittel. Langlebige Komponenten und niedriger Verbrauchsmaterialbedarf erhöhen zusätzlich die Kosteneffizienz.
Welche Fehler treten beim Betrieb von Induktionslötanlagen häufig auf und wie lassen sie sich vermeiden?
Welche Fehler treten beim Betrieb von Induktionslötanlagen häufig auf und wie lassen sie sich vermeiden?
Typische Fehler sind eine unzureichende Abstimmung von Induktor und Werkstück sowie falsch gewählte Spaltmaße. Fehlerhafte Temperaturführung kann unvollständigen Lotfluss oder Überhitzung verursachen und die Bauteilqualität beeinträchtigen. Fehlende Prozessüberwachung und Wartung mindern die Reproduzierbarkeit. Eine unzureichende Schutzgasatmosphäre führt häufig zu Oxidation der Lötstellen.
Welche technischen Kriterien sind bei der Auswahl einer Induktionslötanlage für eine bestimmte Anwendung entscheidend?
Welche technischen Kriterien sind bei der Auswahl einer Induktionslötanlage für eine bestimmte Anwendung entscheidend?
Maßgeblich sind Bauteilgeometrie, Material, gewünschte Taktzeit und geforderte Lötqualität. Zentrale Parameter sind Generatorleistung, Induktorfrequenz und das Schutzgaskonzept. Präzise Werkstückaufnahme und Lotzuführung sichern reproduzierbare Ergebnisse. Auch die Integrationsfähigkeit in bestehende Fertigungslinien ist zu berücksichtigen.
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Fehlt Ihnen eine Information? Schreiben Sie uns – wir beantworten sie gerne und erweitern unseren FAQ-Bereich fortlaufend.